Stuttgart

Datenblatt als PDF


 

Ziele der Förderung von Baugemeinschaften und Genossenschaften

  • Bezahlbarer Wohnraum für Familien mit Kindern
  • Erhaltung der Grünflächen durch wenig Flächenverbrauch
  • Mehr Sozialwohnungen und geförderter Wohnraum in der Innenstadt
  • Trend zum Wachstum der Wohnungsgrößen entgegenwirken durch effiziente Grundrisse
  • Soziale Durchmischung erhalten bzw. schaffen
  • Förderung Barrierefreies- und altersgerechtes Wohnen

 

Rechtsform

  • Baugruppen und Baugemeinschaften in verschiedenen Eigentums-, Träger- und Rechtsformen
  • z.b.: freie oder betreute private Baugemeinschaft, GbR, Kleingenossenschaft, Verein oder geschlossener Fond, Individuelles oder genossenschaftliches Eigentum (zur Selbstnutzung), Gemeinschaftliche Mietwohnprojekte (z. B. mit Vermietungsoptionen für am Wohnungsmarkt benachteiligte Haushalte – inkludiertes Wohnen)

 

Quellen

Stuttgarter Konzeptverfahren 

Bürger bauen mit – Baugemeinschaften in Stuttgart Grundsatzbeschluss

Erfolgreiche_Baugemeinschaften_Fricke.pdf

Form der Unterstützung

Zentrale Beratung durch Amt für Liegenschaften und Wohnen

  • Internetauftritt https://www.stuttgart.de/baugemeinschaften
  • Bereitstellung der Kontaktbörse „Bürger bauen mit“
  • Entgegennahme von Anfragen
  • Leitfaden (Download per Klick)
  • Führung einer Warteliste (unverbindliche Registratur)
  • Erstberatung von Baugruppen bezüglich Standorten und Vergabeverfahren
  • Bei entsprechenden Konzeptlösungen können verschiedene Wohnraumförderprogramme eingesetzt werden
  • Baugemeinschaften sind grundsätzlich förderfähig

Vergabe von städtischen Grundstücken

  • Städtische Grundstücke werden zum Festpreis vergeben (Verkehrswert + 10 % Preiszuschlag)
  • Optionsphase beträgt bis zu 6 Monate
  • Bauverpflichtung beträgt bis zu 24 Monate
  • Optionsgebühr in Höhe von 1 % des Kaufpreises für die Deckung der Verfahrenskosten
  • allgemeine Auswahlkriterien:

 

objektbezogene (Gewichtung mit 60 %)

   Baukultureller Anspruch und Innovationsgehalt

   Konzeptvielfalt / Grundrissvariabilität

   Aufenthalts und Nutzungsqualität der Hauserschließung und Hausfreiflächen

   Energiestandard und bauökologische Qualitäten

 

   gruppenbezogen (Gewichtung mit 40 %)

   Gemeinschaftsorientierte Wohnmodelle und aktive Durchmischung

   Förderfähigkeit des Wohnraums und soziale Inklusion (Integrationsleistung)

   Stabilität und Identität der Gruppe, Engagement im Stadtteil

Ablauf vom Verfahren zur Vergabe von städtischen Grundstücken

Vorbereitungphase

  • Beschluss Bewertungskategorien/Kriterien mit jeweiliger Gewichtung durch das Amt für Liegenschaften und Wohnen
  • öffentliche Ausschreibung im Amtsblatt, der Internetseite der Landeshauptstadt Stuttgart und der lokalen Presse

 

Interessenbekundungsphase und Präqualifikation (3-6 Monate)

  • Erstgespräche der Baugemeinschaften mit der Kontaktstelle (u.a. Feststellung der Verfahrenseignung)
  • Ausfüllen des Teilnahmeantrags (Vordruck)

 

Bewerbungsphase (6 Monate)

  • Planungswerkstatt / Rückfragekolloquium mit Baugruppen
  • ggf. Zweitgespräch mit Kontaktstelle
  • Ausarbeitung der Bewerbungsunterlagen durch Baugruppen

 

Auswahlphase (3 Monate)

  • Vorprüfung und Bepunktung der Konzeptqualitäten durch Liegenschaftsamt
  • Finale Bewertung der Konzepte durch ein bestelltes Auswahlgremium, Auswahl nach der besten Qualität/Programmerfüllung (die verbal-argumentative Bewertung hat Vorrang vor der Bepunktung)
  • Erstellung von Rangfolge mit Bewertungsbegründung für jedes Gebot
  • Vergabebeschluss (Grundstückszuteilung) durch Gemeinderat

 

Optionsphase (3 Monate, ggf. verlängerbar auf 6 Monate)

  • Einholen Finanzierungszusage der Bank
  • ggf. Antragstellung Wohneigentumsförderung
  • Kaufvertragsabschluss (notariell)
  • Vereinbarung einer Vertragsstrafe
  • Zahlung Kaufpreis (100 %)

 

Baugenehmigungsphase (3-6 Monate)

  • Genehmigungs- und Werkplanung (Leistungsphasen 4 / 5 HAOI (= Honorarodnung für Architekten und Ingenieure))
  • Bauantragstellung
  • Baufreigabe

 

Bauerrichtungsphase

  • Bauverpflichtung 24 Monate
    (zwischen Abschluss Kaufvertrag
    und Bauabnahme)

Beispiel Grundstücksausschreibung

Olga-Areal in Stuttgart – West

 

Im Mai 2014 wurde der Umzug des Olgahospitals ins Klinikum Mitte vollzogen. Die Nachnutzung des Areals wurde seit 2008 in mehreren Verfahrensschritten geplant, beraten und unter Beteiligung der Bürgerschaft vor Ort öffentlich erörtert.
Im Herbst dieses Jahres soll mit dem Abbruch der Bestandsgebäude durch die Landeshauptstadt Stuttgart begonnen werden.

 

Auf dem Areal des bisherigen Olgahospitals werden in vier Baufeldern Gebäude für gemischte Nutzungen mit Kindertagesstätte, Nachbarschaftszentrum, einem Lebensmittelmarkt, weiteren Büro- und Ladennutzungen sowie bis zu 220 Wohneinheiten errichtet, davon ca. 100 Wohneinheiten für Baugemeinschaften und Wohnprojekte.
Die Erschließung der Baufelder wird jeweils über gemeinsame Tiefgaragen erfolgen.

 

Die in der Bewerbung vorgeschlagenen Konzeptqualitäten sind in den textlichen Ausführungen wie auch in den Plandarstellungen eindeutig nachvollziehbar zu erläutern, darzustellen und nachzuweisen. Daher sind präzise und „belastbare“ Aussagen zu den vorgesehenen Qualitäten erforderlich, keine allgemeinen und unverbindlichen Formulierungen.
Die Qualitäten des Konzepts werden anhand von Kriterien bewertet (siehe Kap. 4 Vergabeverfahren) und für die Auswahl zur Vergabe der Grundstücksoptionen herangezogen.
Die Konzeptqualitäten, die zur Auswahl einer Gruppe (Optionsvergabe) führen, werden im Kaufvertrag festgeschrieben (Qualitätssicherung).

 

Die Baugruppen stehen im Vordergrund. Daher ist in den Beschreibungen auch nachvollziehbar darzulegen, inwiefern die Gruppe initiativ wurde selbst an dem Entstehungs- und Gestaltungsprozess sowohl des gemeinsamen Bauprojekts als auch der Gruppe selbst mitgewirkt hat (z.B. durch Auflisten und kurzes Beschreiben der Gruppensitzungen).

 

Mehr dazu hier.

Kontakt
Amt für Liegenschaften und Wohnen
Kontaktstelle Baugemeinschaften : Michael Kunert


(0711) 216 200 07
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