Konzeptverfahren: Schlüssel für die Weiterentwicklung der Leipziger Wohnprojektkultur

Konzeptverfahren zur Veräußerung von Grundstücken an kooperative Wohnprojekte (Baugemeinschaften) setzen sich sukzessive deutschlandweit durch. Im Wettbewerb um Liegenschaft und Baurecht stehen somit immer öfter Konzepte und Ideen statt Höchst­preisgebote. Jährlich steigen neue Städte in die Konzeptvergabe ein oder Städte modifizieren ihre bestehenden Verfahren.

 

Grundlage von Leipzig, diese Verfahren ebenfalls einzusetzen, ist das 2015 vom Stadtrat verabschiedete Wohnungspolitische Konzept (WoPoKo). Die Fort­schreibung des WoPoKo aus dem Jahr 2018 sieht zudem die „Verstetigung der Konzeptveräußerung und Auswahl weiterer kommunaler Grundstücke“ (vgl. Kap.3 „Instrumente und Maßnahmen“ des wohnungspolitischen Konzepts, S. 4) vor:

 

“Durch die Veräußerung geeigneter städtischer Grundstücke und Gebäude (Vergabe von Erbbaurecht, Verkauf) nach konzeptionellen Kriterien können Investitionen zur Umsetzung wohnungspolitischer Zielsetzungen gesteuert werden. Sie kann dazu beitragen, in Wohngebieten eine Vielfältigkeit hinsichtlich Wohn- und Eigentumsformen sowie Preissegmenten zu ermöglichen. Dadurch sollen besondere Nachfragegruppen unterstützt werden und ein Beitrag zum Erhalt bzw. zur Schaffung von sozial und nutzungsstrukturell gemischten Stadtteilen geleistet werden. In diesem Sinne werden insbesondere die Schaffung von Wohnraum für Familien, Seniorinnen und Senioren, Menschen mit Behinderungen und kooperative Wohnformen unterstützt. Zugleich soll mithilfe der Veräußerung städtischer Grundstücke nach Konzept die Schaffung von mietpreis- und belegungsgebundenem Wohnraum unterstützt werden, die zur Wohnraumversorgung von einkommensschwachen Haushalten beiträgt.

 

Weitere Schritte zur Umsetzung: 

  • Beschluss zur Konzeptveräußerung der Stadt Leipzig zur Schaffung von mietpreis- und belegungsgebundenem Wohnraum und Veräußerung der ersten 10 Grundstücke (2. Quartal 2018)
  • Beschluss zur Konzeptveräußerung der Stadt Leipzig für kooperatives bezahlbares Wohnen (2. Quartal 2018)
  • Verstetigung der Konzeptveräußerung und Auswahl weiterer kommunaler Grundstücke”

Zit. aus Kap.3 „Instrumente und Maßnahmen“ des Wohnungspolitischen Konzepts (Stand 08.05.2018)

 

Den städtischen Verfahren ging ein Konzeptverfahren der Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft mbH (LWB) und vom Amt für Stadterneuerung und Wohnungsbauförderung (ASW) voran. Die LWB ist eine 100%ige Tochter der Stadt Leipzig. Zur Stärkung des innerstädtisch kostensparenden und kooperativen Wohnens haben ASW und LWB 2016 in einer Partnerschaft beschlossen, aus dem Liegenschaftsfonds der LWB zwei Grundstücke im Leipziger Westen (Endersstraße zw. d. Hausnr. 31 und 33 mit einer Größe von 1.008 Quadratmetern; Klingenstraße 10 mit einer Größe von 490 Quadratmetern) im Erbbaurecht an jeweils eine Wohnprojektinitiative zu veräußern.

 

Ausschreibung LWB-ASW Grundstücke für Baugemeinschaften (abgeschlossen!)

Zur Stärkung des kooperativen und kostengünstigen Wohnens in Leipzig sind ab 16. September...